Studienstiftung des deutschen Volkes Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
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Nachhaltiger, wirksamer, ziviler?- Zivile Friedenseinsätze als Instrument der Konfliktbearbeitung

Dr. Winrich Kühne, Zentrum für Internationale Friedenseinsätze, Geschäftsführer
Nachhaltiger, wirksamer, ziviler?- Zivile Friedenseinsätze als Instrument der Konfliktbearbeitung / Winrich Kühne, Zentrum für Internationale Friedenseinsätze, Geschäftsführer | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung


21.03.2006, 19:00 Uhr
GTZ-Haus Berlin, Reichpietschufer 20


Zivile Friedenseinsätze haben als Instrument der internationalen Politik seit dem Ende des Kalten Krieges zunehmend an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Staaten und Internationalen Organisationen schaffen sich Kapazitäten für zivile Konfliktbearbeitung. Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und verschiedene Staaten wie Deutschland bemühen sich um neue Instrumente und Mittel, die ein präventives und gewaltfreies Einschreiten ermöglichen. Die Erkenntnis, dass militärisches Eingreifen alleine für innerstaatliche Konflikte auf der Schwelle vom 20. zum 21. Jahrhundert keine geeignete Lösung bietet, scheint grundsätzlich Annerkennung zu finden. Diese Anerkennung hat sich allerdings bisher nicht in gestiegenen Budgets für zivile Einsätze niedergeschlagen, die nur einem Bruchteil militärischer Ausgaben entsprechen. Oftmals scheint mangelnde Ausstattung und unangemessenes Mandat ziviler Missionen der wesentliche Faktor für deren Scheitern zu sein. Dies ändert nichts daran, dass zivile Konfliktbearbeitung nicht nur billiger ist, sondern auch wirksamer und nachhaltiger sein kann.

Der deutschen Außenpolitik steht mit dem externer Link zu: Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF)Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) ein auch im internationalen Vergleich besonderes Instrument zur Verfügung. Auf Entschluss des Bundestags und der Bundesregierung wurde das ZIF im Jahr 2002 als strategische Einrichtung zur Stärkung deutscher Krisenpräventions- und Peacebuilding-Kapazitäten gegründet. Als Entsendeorganisation führt das ZIF nicht nur Rekrutierung und Training von zivilen Fachkräften durch, sondern verfolgt auch den Anspruch, durch Analyse und Lessons Learned einen Beitrag zur konzeptionellen Weiterentwicklung von Krisenprävention zu liefern. Als Beitrag für internationale Friedensmissionen sind die Entsendung von Wahlbeobachtern und die Bereitstellung von Fachpersonal im Bereich Polizei, Justiz und Verwaltung und humanitärer Hilfe zentral. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Notwendigkeit ziviler Kapazitäten bei nur mangelnder finanzieller Ausstattung dieses Bereiches durch die Politik stellt sich aber die Frage, ob zivile Friedensmissionen nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein können.

Wie positioniert sich das ZIF mit seinen Missionen innerhalb dieses eingeschränkten Handlungsradius, was sind die komparativen Vorteile im Vergleich zu anderen Akteuren? Wie funktioniert praktisch die Kooperation mit anderen Akteuren, die sich der Konfliktbearbeitung, der Krisenprävention und dem Wiederaufbau annehmen: Zusammenarbeit mit Militär, mit Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit, mit humanitärer Hilfe? Was sind die Potentiale und Schwierigkeiten zivil-militärischer Zusammenarbeit? Was sind die konzeptionellen Probleme der zivilen Konfliktbearbeitung? Welche Reformen sind auf der Ebene der Vereinten Nationen notwendig, um multilateraler Krisenprävention zu mehr Durchschlagskraft zu verhelfen? Können die regionalen Organisationen – wie zum Beispiel die EU oder die Economic Community of West African States (ECOWAS) eine gute Alternative oder Ergänzung der VN-Einsätze darstellen?

Diese und weitere Fragen möchten wir gerne mit Interner Link zu: Herrn Dr. Winrich KühneHerrn Dr. Winrich Kühne, Geschäftsführer des ZIF, entlang seiner praktischen Erfahrungen diskutieren. Das Gespräch soll dabei Einblick geben in die Arbeitsbereiche des ZIF und Raum für Diskussion um Interventionsmöglichkeiten ziviler Kräfte bieten.

Wie immer bitten wir um Interner Link zu: AnmeldungAnmeldung bis zum 12.3.2006.


Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Malgorzata Steiner, David Koschel und Sophie Kraume


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