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Corporate Social Responsibility (CSR) und der Global Compact – ein Weg in die Zukunft des nachhaltigen Wirtschaftens?

constanze helmchen, GTZ, Koordinatorin des Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN)
Corporate Social Responsibility (CSR) und der Global Compact – ein Weg in die Zukunft des nachhaltigen Wirtschaftens? / constanze helmchen, GTZ, Koordinatorin des Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN) | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung


29.07.2008, 19:00 Uhr
Taubenschlag, Studienstiftung des deutschen Volkes, Jägerstr. 22/23 (Nähe Gendarmenmarkt)


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Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung als politische Zielstellung ist heute Grundkonsens im weitesten Sinne.

Nachhaltiges Wirtschaften kommt in den Vorstandsetagen an! Eine wachsende Zahl an Unternehmen hat inzwischen erkannt, dass eine Fortsetzung bisheriger Wirtschaftsstrategien nicht per se ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig ist. Daraus folgt, dass die Zukunftsfähigkeit dieser Strategien in Frage gestellt werden muss und ein einfaches „weiter so“ keine Option darstellen kann. Neue Politiken, Strategien und Managementkonzepte müssen entwickelt werden, die diesen neuen, alten Herausforderungen Rechnung tragen.

Ein Großteil der derzeitigen Diskussion zu diesen Themen findet derzeit unter dem Stichwort Corporate Social Responsibility (CSR) statt. Die Vielzahl an relevanten Akteuren und Interessen in diesem sehr breit gefassten Handlungsfeld führt zwar zu einer kontroversen und auch fruchtbaren Diskussion. Eine einheitliche Definition mit klaren Handlungsanweisungen hat sich daraus jedoch bisher nicht ergeben. Eine unter vielen anderen Definitionen wird im Grünbuch der Europäischen Union angeboten die CSR als alle "sozialen, ökologischen und ökonomischen Beiträge eines Unternehmens zur freiwilligen Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung [beschreibt], die über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen (Compliance) hinausgehen."

Verschiedene Initiativen von Seiten der Unternehmen, Politik und/oder Zivilgesellschaft versuchen, den Gedanken der CSR aufzunehmen und mit konkreten Programmen Rechnung zu tragen. Beispiele hierfür sind das Forum für Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft (econsense), oder die Global Reporting Initiative (GRI), die in einem partizipativen Verfahren Richtlinien für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen, Regierungen und NGOs entwickelt.

Der Global Compact unter dem Schirm der Vereinten Nationen stellt jedoch die bei weitem größte Initiative dar, die soziale Verantwortung von Unternehmen institutionalisiert. Nach einem Angebot an die Unternehmen, das der damalige UNO Generalsekretär Kofi Anna 1999 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ausgesprochen hat, trat der Global Compact 2000 in die operative Phase.

Um Teil des Global Compact zu werden, erklären Unternehmen in einem Brief an den UN Generalsekretär ihren Willen, sich in Zukunft darum zu bemühen, bestimmte soziale und ökologische Mindeststandards einzuhalten. Konkretisiert werden diese Mindeststandards in den zehn Prinzipien des Global Compacts, die von Menschenrechten über Mindestarbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung reichen. Als Teil des Global Compact sind Unternehmen weiterhin verpflichtet, in jährlichen Berichten Rechenschaft über die Entwicklung hinsichtlich der Prinzipien Rechenschaft abzulegen. Ziel ist es, dadurch ein Dialog- und Lernforum zu etablieren und Partnerschaftsprojekte und Netzwerke zu unterstützen. Obwohl von Seiten der Unternehmen relativ gut angenommen (aktueller Stand über 5000 teilnehmende Unternehmen), steht der Global Compact andererseits in der Kritik von verschiedenen Seiten.

So wird zum einen konstatiert, die Prinzipien des Global Compact seien zu schwach und unkonkret formuliert, sodass sie die Unternehmen nicht wirklich fordern und die Suche nach neuen Strategien befördern würden. Außerdem besteht keine Möglichkeit, Fehlverhalten zu sanktionieren, was den Global Compact zu einem „stumpfen Schwert“ macht. Die unterschiedliche Struktur und Qualität der Jahresberichte der beteiligten Unternehmen macht die Vergleichbarkeit der Berichte schwierig. Die fundamentale Kritik lautet schließlich, dass beteiligte Unternehmen ihr Engagement ausschließlich zu Werbezwecken nutzen und dabei einseitig vom guten Ruf der UN profitieren.

Von Seiten der Bundesregierung wird der Global Compact vom Auswärtigen Amt und dem BMZ indirekt unterstützt, während die GTZ als bundeseigenes Unternehmen auch Mitglied des Global Compact ist, genauso wie z.B. die Städte Nürnberg und Berlin. Im Auftrag des BMZ hat die GTZ außerdem eine Koordinationsstelle für das Deutsche Global Compact Netzwerk (DGCN) eingerichtet und spielt somit eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Global Compact in Deutschland.

Mit Interner Link zu: Frau Constanze HelmchenFrau Constanze Helmchen, Koordinatorin des Deutschen Global Compact Netzwerks, wollen wir aus diesem Grund am 29. Juli im „Taubenschlag“ der Studienstiftung des deutschen Volkes, Jägerstr. 22/23 (Nähe Gendarmenmarkt) den Global Compact diskutieren.

Die TeilnehmerInnenzahl ist auf 12 beschränkt. Wir bitten Euch, wie immer, um eine Interner Link zu: AnmeldungAnmeldung bis zum 24.07.2008 unter Angabe Eurer Fragen zum Thema und einer kurzen Begründung Eures Teilnahmewunsches.


Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Sebastian John


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