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Bridging the Gap: Social Investment in Entwicklungsländern

Dr. Maritta von Bieberstein Koch-Weser, GEXSi - The Global Exchange for Social Investment, Geschäftsführerin
Bridging the Gap: Social Investment in Entwicklungsländern / Maritta von Bieberstein Koch-Weser, GEXSi - The Global Exchange for Social Investment, Geschäftsführerin / Zusammenfassung | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung


18.01.2005, 18:30 Uhr
GTZ-Haus Berlin, Reichpietschufer 20


Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Astrid Hanisch stellt die Referentin Frau Dr. Maritta Bieberstein Koch-Weser und ihre Organisation „Global Exchange for Social Investment“ (GEXSI) vor. Im Anschluss stellen sich alle Teilnehmer in einer kurzen Vorstellungsrunde vor, um dann in die eigentliche Diskussion einzusteigen.

Frau Bieberstein Koch-Weser beginnt mit der Vorstellung von GEXSI als internationalem Broker für Social Investment und Mikrofinanzierung. Sie nimmt Bezug auf die Entwicklung und die Hintergründe der Organisation.

Zunächst fokussiert die Diskussion auf die Hintergründe und die Motivation von Investoren, in Mikrofinanzierung zu investieren und Entwicklung zu finanzieren. Von besonderem Interesse ist in dieser Hinsicht, welche Motivation Investoren treibt bzw. mit welchen Argumenten man Investoren davon überzeugen kann, finanzielle Mittel für (gewinnorientierte) Social Investments bereit zu stellen. Besonders schwierig wurde in dieser Hinsicht die mangelnde Möglichkeit zur Bereitstellung von Sicherheiten eingeschätzt. Da diese Problematik tatsächlich besteht, versucht GEXSI in Zusammenarbeit mit der Asian Development Bank, Produkte zu entwickeln, die Rendite garantieren und damit Sicherheit für die Investoren ermöglichen. Darüber hinaus wird dem Problem dadurch begegnet, dass den Investoren ermöglicht wird, Projekte selbst und gezielt auszuwählen, in die sie investieren. Außerdem bietet GEXSI Investoren nur Portfolien von bereits erprobten Projekten an, die auf einer größeren Skala replizierbar und profitabel erscheinen.

Besonderes Interesse galt auch der Frage, inwieweit Organisationen wie GEXSI sinnvoll sind, wenn doch ausreichend Ressourcen und Kapazitäten in bisherig bestehenden Entwicklungsorganisationen zu bestehen scheinen. Diese Behauptung wurde von Frau Koch-Weser zurückgewiesen, da laut Weltbank zur Umsetzung der MDGs 50-70 Milliarden US$ im Jahr fehlen. Ein Teil der notwendigen Investitionen im KMU, Energie, und Wasserversorgungsbereich kann über direkte private Transaktionen zwischen privaten Finanziers und Sozialunternehmern abgewickelt werden. Der Markt kann dort greifen, wo staatliche Entwicklungshilfe nicht das einzige Mittel ist. Die Berechtigung von GEXSI wird auch durch unbürokratische Handlungsoptionen begründet. GEXSI ist daher nicht in Konkurrenz sondern als Ergänzung zu öffentlichen Investitionen zu sehen. Die Organisation bedient und fördert Nachfragen von Kreditinstituten, die im Markt für Social Investment offensichtlich bestehen. Darüber hinaus wird im Schwerpunkt in Bereiche investiert, in die ansonsten kaum finanzielle Mittel fließen würden. D. h. es werden zusätzliche Geldmittel bereitgestellt, die von Privat zu Privat, vor allem an die „Grassroots“ fließen.

In diesem Zusammenhang wird von den Teilnehmern auf die Relevanz von Good Governance in den Empfängerländern als Voraussetzung bzw. Kriterium zur Entwicklungsfinanzierung hingewiesen. Überwiegend werden sie als wichtiger Faktor eingeschätzt. Es wird nicht bestritten, dass gute Governancestrukturen ein begünstigender Faktor sind, sie dürfen jedoch kein Ausschlusskriterium darstellen.

Eingehende Betrachtung findet auch die Frage nach Richtlinien oder Codes of Conducts bei der Auswahl von Investoren und Kreditnehmern (Institutionen/Unternehmern). Da sich GEXSI integrativ versteht, werden die Barrieren für Kooperationen niedrig gehalten. Den wesentlichen Rahmen bieten die Millennium Development Goals. Danach sucht GEXSI Investoren und lokale Partner (NGOs, Kleinunternehmen, Institutionen), die eigenverantwortlich und im Sinne von GEXSI handeln.

Zum Abschluss gilt die Aufmerksamkeit Beratungs- und Monitoringangeboten, die GEXSI anbietet. GEXSI stellt Fachexpertise nicht selbst zur Verfügung, sondern arbeitet dazu mit bestehenden Organisationen und Netzwerken zusammen, die entsprechende Leistungen kosteneffizient und kompetent anbieten können. Zu nennen sind im Besonderen die GTZ, ACCESS/Accountability, kooperierende lokale Organisationen, und die investierenden Geldinstitute.

Astrid Hanisch fasst die Ergebnisse der Veranstaltung zum Abschluss kurz zusammen. Nach Ende der Veranstaltung setzt sich die Diskussion im informellen Kreis unter den Teilnehmern des Forums fort.

Zusammenfassung von Sabine Stoeck


Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Astrid Harnisch und Thomas Lämmer


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