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Biofuels – Kommt Kraftstoff in Zukunft vom Bauern?

Frank Bonaldo, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Referatsleiter „Deutsche und europäische Mineralölmärkte; Krisenvorsorge“
Biofuels – Kommt Kraftstoff in Zukunft vom Bauern? / Frank Bonaldo, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Referatsleiter „Deutsche und europäische Mineralölmärkte; Krisenvorsorge“ | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung


26.06.2008, 18:30 Uhr
GTZ-Haus Berlin, Reichpietschufer 20


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Der Energiebedarf der Menschheit und damit auch der Bedarf nach fossilen Kraftstoffen steigt und wird angesichts des wirtschaftlichen Wachstums in Asien wohl auch in Zukunft weiter steigen. Dennoch hat der französische Ölkonzern Total eingeräumt, dass eine weitere Ausweitung der derzeitigen Fördermenge an Öl nur in sehr begrenztem Umfang möglich sein wird, sodass mit weiteren Preisschüben zu rechnen ist. Weiterhin stellt das erklärte Ziel der Industriestaaten im Kampf gegen den Klimawandel, den CO2-Ausstoß bis 2050 signifikant zu senken, die Zukunftsfähigkeit fossiler Brennstoffe in Frage. Darüber hinaus hoffen westliche Sicherheitspolitiker schon lange auf Möglichkeiten, den eigenen Energiebedarf unabhängig von den Staaten der OPEC und/oder Russland decken zu können. Angesichts dieser komplexen Lage stellt sich die Frage, wie in Zukunft der Hunger der Menschheit nach Energie gestillt werden soll?

In den vergangenen Jahren hat daher die Idee nachwachsender Kraftstoffe deutlich an Popularität gewonnen. Zum einen sind Biokraftstoffe durch den steigenden Ölpreis ökonomisch attraktiv geworden. Zum anderen stellt der Kraftstoff vom Bauer eine CO2-neutrale Alternative zu seinem fossilen Pendant dar. Kraftstoffe aus eigenem Anbau mindern auch ein Stück weit die Abhängigkeiten gegenüber den bisherigen Energielieferanten. Darüber hinaus stellen Biokraftstoffe für Bauern in Entwicklungsländern eine willkommene Erweiterung ihrer Absatzmöglichkeiten dar. War die Landwirtschaft vor einigen Jahren in Deutschland noch eine alte, hochsubventionierte, aussterbende, Branche, so können sich die Bauern heute dank Biokraftstoffen als zukunftsfähiger Energieversorger positionieren. Die technische Entwicklung hat zudem inzwischen Möglichkeiten gefunden, die Energiebilanz, also das Verhältnis von investierter Energie in den Anbau zu Energieertrag, deutlich zu verbessern. Nachdem Brasilien bereits jahrzehntelange Erfahrung im Betrieb von Kraftfahrzeugen auf Basis von Ethanol, das aus Zuckerrohr gewonnen wird, sammeln konnte, wollen auch andere Akteure die Nutzung von Biokraftstoffen verstärken. Die USA haben aus diesem Grund die Kraftstoffproduzenten zur Beimischung von Biokraftstoffen in regulärem Benzin verpflichtet. Ebenso hat das Flugunternehmen Air New Zealand angekündigt, seinen Kerosinbedarf möglichst schnell durch Biokraftstoffe aus der Jatropha-Pflanze zu ersetzen.

Gleichzeitig bringen Biokraftstoffe aber auch viele Probleme mit sich. Der politische Vorstoß des Bundesministeriums für Umwelt, den Anteil von Biokraftstoffen im regulären Benzin zu erhöhen, scheiterte an der technischen Machbarkeit, da tausende Kraftfahrzeuge in Deutschland eine solche Umstellung nicht vertragen hätten. Die Regierung in Mexiko sah sich breiten Protesten der Bevölkerung ausgesetzt, da der Preis für Mais infolge der Erhöhung des Biokraftstoffanteils in den USA deutlich angestiegen war. Generell wird angesichts der derzeit viel diskutierten Ernährungskrise die berechtigte Frage gestellt, ob es ethisch vertretbar ist, die weltweit zur Verfügung stehende Fläche und damit auch die Menge der Nahrungsmittelproduktion zu verringern, „nur“ um mehr Biokraftstoffe für den reichen Westen produzieren zu können? Ebenso wird die andere Alternative, nämlich die Ausweitung der Agrarflächen zur Steigerung der Biokraftstoffproduktion auf Kosten z.B. des tropischen Regenwaldes kontrovers diskutiert. Überhaupt ist die Frage, welchen Anteil Biokraftstoffe am zukünftigen Energiemix der Menschheit einnehmen können und welche Flächen dafür notwendig sind?

Diese und weitere Fragen zu Biokraftstoffen wollen wir zusammen mit Interner Link zu: Herrn Frank BonaldoHerrn Frank Bonaldo Referatsleiter „Deutsche und europäische Mineralölmärkte; Krisenvorsorge“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie am 26. Juni in den Räumen der GTZ, GTZ Haus Berlin, Reichspietschufer 20, Berlin, diskutieren.

Die TeilnehmerInnenzahl ist auf 12 beschränkt. Wir bitten Euch, wie immer, um eine Interner Link zu: AnmeldungAnmeldung bis zum 23.06.2008 unter Angabe Eurer Fragen zum Thema und einer kurzen Begründung Eures Teilnahmewunsches.


Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Sebastian John


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