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Wer braucht heute eigentlich noch Universitäten? Von der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens

Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Präsidentin
Wer braucht heute eigentlich noch Universitäten? Von der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens / Jutta Allmendinger, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Präsidentin | f.ize | Forum Internationale Zusammenarbeit für Nachhaltige Entwicklung


02.09.2008, 19:00 Uhr
GTZ-Haus Berlin, Reichpietschufer 20


Seit der Einführung von Studiengebühren nahm die Zahl der StudienanfängerInnen ab, obwohl ein immer höherer Anteil der SchulabgängerInnen die Hochschulreife erreicht. Studiengebühren sollen die Lehre an Universitäten verbessern, die unter sinkenden staatlichen Zuwendungen litt. Durch den Rückgang der Studierendenzahlen werden Kosten gespart und den Universitäten durch die Studiengebühren zugleich neue Finanzmittel erschlossen. Ob damit eine bessere Qualität der universitären Bildung langfristig sichergestellt werden kann ist noch fraglich.

Neben den nationalen Reformen des deutschen Bildungssystem findet im Rahmen des externer Link zu: Bologna ProzessesBologna Prozesses gleichzeitig eine Hochschulreform auf europäischer Ebene statt. Ziel des Bologna-Prozesses ist die Einführung international vergleichbarer Studienabschlüsse. Dabei wird kritisiert, dass die Bologna-Reformen zu einer allgemeinen Ökonomisierung des Studiums führten, indem die Studiendauer verkürzt und Lehrpläne standardisiert wurden. Demgegenüber stellen Befürworter der Bologna-Reformen die gesteigerte Flexibilität von MA und BA Programmen heraus, die einen Wechsel zwischen verschiedenen Ländern und Fächerkombinationen ermöglicht und darüber hinaus Möglichkeiten für neue Bildungskarrieren im Laufe des Berufslebens eröffnet.

Immer mehr Wert wird auf praktische Elemente in der universitären Ausbildung gelegt. Universitäten sollen stärker an den Arbeitsmarkt heranführen, als dies ehemals der Fall war. Eine Kehrseite dieser frühen Professionalisierung ist, dass sich heutige Studierende um prekäre Arbeitsverhältnisse, unbezahlte oder schlecht bezahlte Praktika, längere Arbeitszeiten und immer weniger planbare Karrieren sorgen. Während manche Praktika als einen Weg aus dem „Elfenbeinturm“ begrüßen, kritisieren andere die Einengung der Perspektiven der Universität auf ausschließlich wirtschaftliche Belange.

Wie angesichts der aktuellen Reformen auf allen Ebenen Wissenschaft, Forschung und Lehre weiter auf hohem Niveau ermöglicht werden können, bleibt unklar. Die Diskussion ob Universitäten Orte des kreativen Denkens, oder aber der zweckmäßigen Ausbildung sein sollten reißt nicht ab. Was aber, wenn das kreative Denken eigentlich die zweckmäßige Ausbildung ist? Kann das Studium noch der Liebe zum Wissen gewidmet werden, oder wird es einfaches Mittel zum Zweck? Und was soll das Studium eigentlich sein?

„Es besteht die Gefahr, dass die Ökonomisierung der Hochschulbildung die Studierenden genau jener Schlüsselqualifikationen beraubt, die sie in Zukunft so dringend brauchen.“ behauptet Interner Link zu: Prof. Dr.Jutta AllmendingerProf. Dr.Jutta Allmendinger Präsidentin des externer Link zu: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) am 12. April 2006 in der externer Link zu: ZeitZeit. Vor kurzem gab sie ein Buch zu den beruflichen Perspektiven von AkademikerInnen heraus („Karriere ohne Vorlage. Junge Akademiker zwischen Hochschule und Beruf“), in dem Chancen aber auch Risiken der skizzierten Entwicklungen thematisiert werden.

Mir ihr wollen wir darum über den Ort der Hochschule für Bildung und Arbeit in unserer Gesellschaft diskutieren. Wohin führen die oben skizzierten Reformen? Wie sieht die Zukunft von Universitäten aus? Wenn Bildung heute noch einen begründbaren Wert hat, wie kann man dieser in einer an Nachhaltigkeit orientierten Gesellschaft auch im globalen Maßstab gerecht werden? Brauchen wir Universitäten überhaupt noch, oder sind andere Formen lebenslangen Lernens vorstellbar und wünschenswert?

Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 12 Personen beschränkt. Bei Interesse an der Veranstaltung, meldet Euch mit Euren Fragen zum Thema bis zum 24. August 2008 Interner Link zu: hierhier an.


Für diese Veranstaltung verantwortlich:
Joanna Münker und Sebastian John


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