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Wissen - Macht - Entwicklung

Der Ball ist rund – und was müssen wir noch wissen?

Über die schwierige Annäherung an die Begriffe WISSEN MACHT ENTWICKLUNG wie sie zusammenhängen - oder auch nicht.

eine Projektidee zum GTZ-Jahresthema 2006 von Joanna Münker, Cosima Strasser, Ronny Kittler, Janina Sanders, Caroline Schmidt

Aus den Fragen entspringt die Idee

In einer Gruppe von fünf Studierenden, die wissenschaftlich an entwicklungspolitische Fragen und Probleme herangehen, kann die Reihung der Begriffe WISSEN MACHT ENTWICKLUNG augenscheinlich ein logisches Beziehungskonstrukt darstellen, bei dem die Zusammenhänge in allen Richtungen Sinn machen. Jedoch kann sie auch als eine leere Behauptung aufgefasst werden, die sinnvoll gefüllt werden muss und danach fragt: MACHT WISSEN ENTWICKLUNG? Und wie werden die Begriffe „Wissen“, „Macht“ und „Entwicklung“ überhaupt verstanden? Gibt es eine Herangehensweise außerhalb der entwicklungspolitischen Perspektive? Welche Bedeutung haben diese Begriffe für uns, für Menschen in Deutschland?

Das Jahresthema ist komplex. Diese Komplexität stellt sich nicht nur in der Beziehung zwischen den Begriffen sondern auch in der Auseinandersetzung um die Definition jedes einzelnen selbst dar. Aus den Gesprächen und persönlichen Gedanken entsteht ein neuer Kanon von Fragen. Wichtig ist aber die Entscheidung, ob diese beantwortet oder einfach immer noch weiter ausgeweitet werden sollen, bis ein ganzes Netz von Fragen um die drei Begriffe WISSEN MACHT ENTWICKLUNG gesponnen ist. Fragen, auf die man nur über verzweigte Gedanken, längere thematische Auseinandersetzungen und Diskussionen stößt. Wir nähern uns dem Jahresthema also über Fragen an: Solche, die zwischen WISSEN MACHT ENTWICKLUNG angesiedelt sind und solche, welche die Bedeutungsgrenzen der einzelnen Begriffe antesten. Ein Fragennetz, dass über die Oberfläche einer Kugel gespannt wird , durch deren Bewegung der Betrachter immer auf neue Fragen stößt.

Experiment

Beim ersten Treffen der Projektgruppe war klar: fünf Leute, fünf verschiedene Konzepte zum Jahresthema. In einer gemeinsamen Diskussion werfen wir diese zusammen und verwandeln sie in Fragen.

Auswertung und Visualisierung

Die Fragen werden auf dem Ball neben und um die Begriffe WISSEN MACHT ENTWICKLUNG positioniert. Der Betrachter wird immer auf neue Fragen verwiesen, anstatt irgendwann eine Antwort zu erfahren. Steckt die Antwort in den Fragen selbst? Wahrscheinlich trifft er auf Fragen, die er so nie gedacht hätte, vielleicht erfindet er eine neue oder in ihm entwickelt sich gepaart mit seinem vorhandenen Wissen eine breitere Betrachtung auf WISSEN MACHT ENTWICKLUNG.

ENTWICKLUNG

… Was ist Entwicklung? Was ist ihr Ziel? Wer entwickelt sich? Was ist das Vorbild für Entwicklung? Ist sie wichtig? Wie sehr muss sich etwas entwickeln, um als entwickelt zu gelten? Was ist die Richtung? Wie viele Richtungen gibt es? Ist Entwick-lung natürlich? Verändert sich Entwicklung? Macht Entwicklung arm? Wen schließt sie aus? Wo findet sie statt?

… Ohne Wissen keine Entwicklung? Verbreitet Entwicklung Wissen? Erweitert sich Wissen durch Entwicklung? Wer verteilt Wissen für Entwicklung? Welches Wissen für welche Entwicklung? Verhindert altes Wissen Entwicklung? Entwickelt sich alles gleich, wenn alle das gleiche wissen? …

WISSEN

Wem gehört Wissen? Ist Wissen eine Ware? Kann ich Wissen kaufen? Woher weißt du das? Ist Wissen öffentlich? Kann ich Wissen besitzen? Ist Wissen endlich? Macht Wissen erfolgreich? Macht Wissen sexy? Macht Wissen glücklich? Sind wissende Menschen gute Menschen? Ist Wissen wahr? Stirbt Wissen? Ist Wissen berechenbar? Wie viel ist Wissen in Zahlen? Macht Wissen kritisch? Erweitert Wissen meine Phantasie? Ist Wissen flüchtig? Ist jedes Wissen für alle da? Macht Wissen reich? Ist Wissen gleich Information? Ist Wissen nutzbar? Kann Wissen ausgebeutet werden? Wie lange dauert es, Wissen auszulöschen? Macht Wissen satt? Wie entsteht Wissen? Welche Menge an Wissen macht zufrieden? Ist Wissen für jeden zugänglich? Was muss ich wissen, um einen Liter Milch zu kaufen? Mein Wissen oder meine Informationen? Ist Wissen kalt? Schützt mich Wissen? Kann Wissen dominieren? Schafft Wissen Werte? Ist Wissen demokratisch? Ist Wissen global? Wer macht Wissen käuflich? Wer wird von Wissen warum ausgegrenzt? Kann Wissen homogenisiert werden? Wer verteilt Wissen? Was ist wissenswert? Wer braucht Wissen? Ist Wissen schön? Ist Wissen moralisch? Kann mich Wissen umbringen? …

Es geht weiter...

Diese Beispiele verdeutlichen die Komplexität des Themas. Gerecht werden kann man dem Thema nicht, sich daran bereichern nur, indem man sich immer wieder neue Fragen stellt, vorschnelle Antworten abwehrt und gemeinsam nach Lösungen dafür sucht, dass die drei Begriffe im Leben aller Menschen ganz konkret miteinander verbunden sind.


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